Unterwegs im Wattenmeer

LandGang Ausgabe 2019/3, Seite 106-109, von Marc Larsson-Ohm

Unterwegs im Wattenmeer

Die kleinen Fünf

Zweimal am Tag Ebbe und Flut – kleine Tiere haben es im Wattenmeer nicht leicht. Doch wie überleben sie diese extremen Bedingungen? Beantworten wir diese Frage doch gemeinsam bei einer Suche nach den »Small Five« des Nationalparks.

Melanie Weppner ist eine erfahrene Rangerin im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und kennt sich bestens mit den Gegebenheiten in dem 4.410 Quadratkilometer großen UNESCO-Weltnaturerbe aus. Mit ihr sind wir im Watt unterwegs und auf der Suche nach den „Small Five“: Wattwurm, Wattschnecke, Herzmuschel, Nordseegarnele und Strandkrabbe. Die unfassbar gute Anpassung an einen Lebensraum, der sich zweimal am Tag komplett ins Gegenteil verkehrt, ist ein wahres Wunder der Natur. Alles scheint mit allem verbunden. Problematisch wird es immer nur dann, wenn der Mensch dieses Gleichgewicht stört – doch zum Glück gibt es den Nationalpark Wattenmeer und engagierte Rangerinnen und Ranger wie Melanie Weppner, die Tag für Tag Aufklärungsarbeit leisten und damit die Menschen für dieses empfindliche Ökosystem sensibilisieren.

 

 

Im Watt angekommen, fallen schnell unzählige Hügelchen auf, die wie ein Löffel Spaghetti aussehen. Melanie Weppner stoppt, holt mit einer Forke einen großen Sandklumpen aus dem Untergrund und beginnt sofort, darin herumzutasten. Nach kurzer Zeit liegt in ihrer Hand der erste Vertreter der »Small Five«: ein Wattwurm.

Zurück zum InhaltsverzeichnisFoto: Michael Staudt