Fragen Sie Langley - Folge 10

08. März 2016, Fragen Sie Langley,

 

Gartenbotschafter John Langley, der Mann mit dem grünen Daumen und dem typisch englischen Humor, beantwortet in LandGang Ihre Gartenfragen.

In den letzten zwei Jahren entwickelten meine Tomaten schwarze Flecken auf der Unterseite der Früchte. Ich pflanze sie jedes Jahr am selben Platz. Würde es helfen, sie woanders anzubauen? Susanne Klier, Meldorf

Eigentlich sind Tomaten in ihrer großen Vielfalt relativ leicht zu kultivieren. Standort und Pflege müssen passen, dann kann mit reicher Ernte und aromatischen und gesunden Früchten gerechnet werden. Was bereitet diesem Trendgemüse Stress? Erstens zu pralle Sonne und zu viel Regen. Dann kann es leider schnell passieren, dass Tomatenpflanzen vom echten Mehltau, der Kraut- oder Braunfäule und dem Fleckenbefall der sogenannten Dürrfleckenkrankheit geschädigt werden. Hier bilden sich zunächst auf den unteren Blättern runde braune oder graubraune Flecken. Konnten Sie das auch feststellen? Später rollen sich die Blätter ein und fallen ab. Auch auf den Stängeln zeigen sich ovale Flecken. Früchte sind im Kelchbereich befallen. Hier entstehen durch die Dürrfleckenkrankheit die von Ihnen entdeckten schwarzen, fauligen Stellen. Verursacher an Tomaten ist ein Pilz, der sich mit dem Wind verbreitet und im Boden oder an Pflanzstäben überwintert. Der Pilz ist nicht nur an Tomaten, sondern auch an Kartoffelpflanzen verbreitet. Es ist daher zur Bekämpfung von Tomaten-Krankheiten ratsam, Kartoffeln nicht in direkter Nachbarschaft zu Tomaten zu pflanzen. Um hier vorzubeugen, sollten die Blätter der Tomatenpflanzen also immer möglichst trocken gehalten werden. Am besten geht das, indem man seine Tomaten an einem überdachten Platz oder in einem speziellen Tomatenhaus pflanzt. So sind sie zumindest von drei Seiten und von oben geschützt. Auch beim Gießen bitte aufpassen, dass Blätter und Früchte nicht nass werden. Noch ein Tipp: Die Stäbe, die zum Anbinden der Pflanzen genutzt worden sind, sollte man in jedem Fall nach der Saison gründlich reinigen, um eventuelle Sporen der Dürrfleckenkrankheit einzuschränken. Vorbeugend gegen Tomatenpflanzen-Krankheiten kann man auch die unteren Blätter bis ca. 30 Zentimeter Höhe entfernen, damit sie beim Gießen auf keinen Fall nass werden oder sich Pilzsporen, die im Boden überwintert haben, auf den unteren Blättern festsetzen können.

 

Mein Nachbar hat einen riesigen Kieferbaum, der in eine Ecke meines Gartens seinen Schatten wirft. Gibt es irgendetwas, was unter diesem Baum wachsen wird? Werner Nasbarth, Kiel

Ja, es lässt sich Natur im Schatten einer Kiefer pflanzen. Wenn die Beschaffenheit ihres Bodens durch den Fall der Kiefernnadeln verändert worden ist, dann haben sich Bodendecker beispielsweise Heidekraut (Erika- und Calluna- Sorten) oder wintergrüne Rhododendron-Wildarten bestens. Hier noch einige Pflanzen für den feuchten Schatten z.B.: Frauenmantel, Prachtspiere, Sumpfdotterblume, Farne, Kaukasusefeu, Irischer Efeu, Nieswurz oder dekorative Funkien. Oder wenn es sich um einen eher trockenen schattigen Standort handelt, dann freuen sich Stauden wie Günsel, Bergenie, Kaukasus-Vergissmeinnicht, Alpenveilchen, Elfenblume, Mandelblättrige Wolfsmilch, Balkanstorchschnabel, Taubnessel, Salomonsiegel oder das Lungenkraut darauf. Mein Tipp: Viel gießen, wenig düngen. Für alle Schattenpflanzen gilt, dass sie keine Verdunstungssperre haben. Sie brauchen deshalb eine ständige Wasserversorgung wie im Wald. Regelmäßiges Gießen ist also sehr wichtig. Der schattige Standort schützt die Pflanzen vor starken Temperaturschwankungen. Mit dem Düngen sollte man vorsichtig sein.