Fragen Sie Langley - Folge 6

21. Mai 2015, Fragen Sie Langley,

 

Gartenbotschafter John Langley, der Mann mit dem grünen Daumen und dem typisch englischen Humor, beantwortet in LandGang Ihre Gartenfragen.

Ich setze Kompost im Drahtgitter auf. Nach einem Jahr wird er umgesetzt. Nach einem weiteren Jahr gesiebt und dabei stelle ich fest, dass sich immer wieder im Innern ein Netzwerk aus feinen Wurzelknäueln gebildet hat. Was mache ich falsch?

Karl-Heinz Schenk, Schwarzenbek

Den Kompost könnten Sie eigentlich bereits innerhalb eines Jahres bearbeiten. Oft wird nur der halbverrottete oder angerottete Frischkompost oder Mulchkompost im Garten benötigt. In diesem Zustand werden besonders die Bodenorganismen gefördert. Mulch belüftet den Mutterboden gut. Es ist bei diesem Kompostverfahren kein Umsetzen nötig, da der Mulch bereits nach zwei bis vier Monaten verwendet werden kann. Doch Vorsicht bei Neubepflanzung: Frischkompost hat einen höheren Salzgehalt als ausgereifter Kompost. Deshalb sollte er besonders bei Blumenzwiebeln nicht mit eingraben werden.

Die feinen „Wurzeln“ könnten ein pilzartiges Myzel sein. Mycele sind die eigentlichen Pilze. Das, was wir gemeinhin Pilz nennen, ist der Fruchtkörper des Pilzes. Entweder mit in den Kompost mischen in der Biotonne entsorgen.

Mein Tipp: Viel mischen, damit organische Abfälle durch den Vorgang der Kompostierung sinnvoll verarbeitet werden können. Damit die Verrottung in der offenen Kompostmiete möglichst geruchsarm und vollständig abläuft, muss viel Luft ins Innere gelangen. Fazit: Feuchtes immer mit Trockenem mischen und für Belüftung sorgen. So hat der sichtbare Schimmel keine Chance.

Im Oktober 2008 habe ich eine gelbe Eierpflaume gepflanzt. Leider trägt sie bis heute noch keine Früchte, obgleich ganz in der Nähe ein blauer Pflaumenbaum steht. Stimmt es, das die gelbe Eierpflaume erst nach 7 Jahren trägt?

Christa Görrissen, Treia 

Grundsätzlich fruchten Pflaumen, Zwetschen oder Renecloden erst nach ca. 7 Jahren. Es könnte auch schon früher sein, wenn man die richtige Schnittregln beachtet. Obstbaumexperte Johannes Boysen aus Niebüll weiß: „Es wird oft zu viel und verkehrt geschnitten. Die Bäume sollen erst tragen und dann etwas geschnitten werden, damit die Ernte auch in den kommenden Jahren gesichert ist.“

Ihr Baum ist in den 17 Jahren gewachsen, besonders Pflaumenbäume neigen im Jungstadium dazu, Steiltriebe zu bilden. Das konnten Sie sicherlich auch an Ihrem frisch gepflanzten Bäumchen beobachten. Nach und nach bilden sich dann erst mit dem Älterwerden der Gelben Pflaume – übrigens eine köstliche, neu entdeckte alte Obstsorte – ganz wichtige Triebe. Sie sind dafür verantwortlich, in ihrer waagerechten Wuchsform durch den Fruchtansatz für Früchte zu sorgen.

Mein Tipp: Schnittregel beachten. Bestimmt haben Sie aus Liebe zur Natur mit der Schere den einen oder anderen Zweig abgeschnitten? Im Prinzip richtig, wenn dabei bevorzugt die steil stehenden Triebe im Frühherbst so geschnitten werden, dass die vorhandenen Seitenäste leicht im ca. 45° Winkel ansteigen. Liest sich etwas kompliziert ist aber – wenn man sich den Baum genau ansieht – ganz einfach zu verwirklichen. Durch diese Schnittregel verhelfen Sie der Natur auf die Spur. Die Assimilate, energiereiche organische Stoffe, die bei dem Stoffwechselvorgang der Assimilation von Pflanzen gebildet werden, werden aktiviert. Sie sind für den weiteren Prozess der Blütenbildung wichtig und deshalb im Astbereich des Baumes zu finden. Gerade die steilen Äste bilden nur vegetatives Holz, sind also weitgehend für das Blattwachstum verantwortlich. Die waagerechten Triebe bilden das sogenannte generative Holz mit vielen wichtigen Fruchttrieben und daraus entwickeln sich die von Ihnen innig gewünschten Früchte. Wenn Sie also diese Schnittregeln beachten, dann freuen Sie sich auf ganz leckere, gelbe Pflaumen. 

Wir haben im Norderstedter Stadtpark zwei Stauden mit sehr großen Blättern gesehen.
Wie heißen diese Stauden?
 Fotos anbei.


Karin Herzberg per Mail 

Diese zunächst "blattaktiven" und dekorativen Stauden haben Sie bestimmt im Waldpark in den Staudeninseln entdeckt? Ja, da stehen Rodgersia podophylla ´Rotlaub´ neben Thalictrum delavayi ´Elin´und Artemisia lactiflora ´Weiße Dame´ oder ´Elfenbein´ und auf dem weiteren Foto wächst Telekia speciosa vor Helianthus microcephalus ´Lemmon Queen´. Eine interessante Kombination auch für Ihren Garten? Einfach in eine anerkannte Staudengärtnerei Ihre Region gehen und der erste Schritt zum eigenem Pflanzenerlebnis ist geschaffen. Und auf diesem Wege noch eine kleine Botschaft von mir: Ich mag diesen abwechslungsreichen Park in Norderstedt sehr gern und verbinde mit der dort veranstalteten Landesgartenschau viele blühende Erinnerungen.