Fragen Sie Langley - Folge 8

02. November 2015, Fragen Sie Langley,

 

Gartenbotschafter John Langley, der Mann mit dem grünen Daumen und dem typisch englischen Humor, beantwortet in LandGang Ihre Gartenfragen.

Hilfe, was sind das für eklige Parasiten auf unserer Birnenblättrige Weide? Und wie werden wir die wieder los? Karin Herzberg per Mail  

Ihren Schreck kann ich gut verstehen. Die etwa 1 cm langen Larven der Kirschblattwespe sind erschreckend schneckenähnlich und durch ihren schwarzen Schleim zu erkennen. Und was besonders beeindruckend ist, die Larve der 2. Generation raspeln fast das ganze Grün von den Blättern der Kirsch- und anderer Bäume und hinterlässt danach nur die Blattadern. Bei starkem Befall rollen sich sogar die Blätter ein und fallen ab. Die Wespe hat zwei Generationen im Jahr. Die Eiablage erfolgt im Juni einzeln an der Blattunterseite, nach 1 - 2 Wochen schlüpft die gefräßige Larve. Nach der Verpuppung im Boden legt die Larve der 2. Generation die Eier im Juli/ August ab, diese Larven verursachen den beschriebenen „Fensterfraß“. Die Natur ist perfekt, was sich daran zeigt, dass Larven der 2. Generation im Kokon überwintern und sich dann erst im folgenden Frühjahr verpuppen. Was kann dagegen getan werden? Bei starkem Befall durch die Larven der 1. Generation zur bzw. während der Ernte ist eine Bekämpfung aufgrund von einzuhaltenden Wartezeiten (der Obstbaumernte) nicht möglich und die Ernte wird sehr erschwert. In der Regel ist nur die 2. Generation bekämpfungswürdig. Mit einer „normalen“ Blattlausbekämpfung werden auch vorhandene Kirschblattwespenlarven beseitigt. Bei starkem Befall durch die 2. Generation kann auch eine Bekämpfung nach der Ernte sinnvoll sein. Die Larven der Kirschblattwespe sind mit handelsüblichen Insektiziden (nach eingehender Fachberatung) recht einfach zu bekämpfen.

 

Zum ersten Mal blühte in diesem Jahr eine Pflanze in meinem Garten, die ich nicht identifizieren kann. Ich habe sie später noch einmal im Fernsehen in einem Schlossgarten entdeckt, da wurde sie jedoch lediglich als historische Staude bezeichnet. Ich hoffe, dass Sie mir mit dem Namen der Pflanze helfen können. Inzwischen konnte ich zahlreiche pfefferkorngroße Samen ernten.
Hannelore Thoms, Ladelund  

Dieses aus der Türkei stammende Brandkraut (Phlomis russeliana) blüht nicht nur in Gelb, sondern auch rosafarben. Es dominiert gern im Staudenbeet, weil es ungefähr einen Meter hoch wächst. Die im Juni und Juli blühenden Lippenblüten sitzen dekorativ gedrängt in Quirlen in Etagen übereinander. Diese optische Wirkung zeigt sich bis ins Frühjahr. Aber nur, wenn die Fruchtstände nicht zu schnell abgeschnitten werden. Die Basalblätter sind sogar wintergrün und werden von Schmecken gemieden. Wer seine sich selbst durch Aussaat vermehrende Staude in lockeren, relativ nährstoffreichen Boden pflanzt, braucht zunächst ein wenig Geduld. Warum? Das Brandkraut, benötigt etwas Zeit (bis zu zwei Jahren) bis sich die ersten Blüten zeigen. Sollte das Laub durch Trockenheit gestresst sein, dann hilft nur ein bodennaher Rückschnitt und schon kurze Zeit später zeigt sich ein frischer neuer Austrieb. Alles in allem eine rundum attraktive Pflanze, die gleichzeitig so anspruchslos ist, dass sie sich bestens auch für „pflegeleichte“ Gärten eignet.

 

In unserem Garten steht seit mehr als zwanzig Jahren ein größerer Pflaumenbaum. Wenn die Witterungsverhältnisse des Frühjahrs es bisher begünstigten, bot er uns ca. alle 4 - 5 Jahre eine sehr reichliche Ernte wunderbarer Früchte. Ansonsten ist die Ausbeute meist sehr mager. Er ist uns mit der Gesamthöhe von ca. 8 - 10 m mittlerweile zu groß geworden. Wir würden nun gerne die großen Äste um etwa die Hälfte einkürzen. Wird der Baum uns diese Maßnahme so übel nehmen, dass er gar keine Früchte mehr tragen wird oder was kann sonst noch geschehen? Wann wäre der geeignete Zeitpunkt für diese Aktion, Herbst oder Frühjahr? Worauf wäre besonders zu achten? Hannes Dworak, Hersbruck (Franken)  

Greifen Sie gern noch einmal zur Säge und „verpassen“ Sie dem Baum einen starken Schnitt. Doch aufgepasst, der Obstbaumexperte Johannes Boysen aus Niebüll rät Ihnen nicht „wahllos“, sondern die längsten Triebe bis zu einer Gabelung rauszunehmen. Seine Form muss und sollte der Baum behalten, aber mindesten 1/3 kann er gut und gerne kleiner werden. Auch ein „ordentliches“ auslichten der Krone wäre von Vorteil. Auf Ihrem Foto schaut es so aus, als ob ein zweiter Baum daneben steht – dieser sollte – wenn Sie sich trauen – gänzlich entfernt werden, damit wieder „LICHT, LUFT und LIEBE“ an den bearbeiteten Baum kommt. Das Ergebnis zeigt sich dann an den vielen Früchten. Bitte aber zunächst dabei an die eigene Sicherheit denken und nur mit der scharfen, sauberen Handsäge arbeiten und nicht mit der Astschere.