Fragen Sie Langley - Folge 9

05. Januar 2016, Fragen Sie Langley,

 

Gartenbotschafter John Langley, der Mann mit dem grünen Daumen und dem typisch englischen Humor, beantwortet in LandGang Ihre Gartenfragen.

Bitte sagen Sie mir, um welche Pflanze es sich hier handelt. Man sieht über den tief-weinroten Blättern die zarten hellblauen Blüten. Kann ich sie in den Wintergarten holen, ist sie mehrjährig oder Unkraut? Helga Dürkob, Heidgraben

Diese rotblättrige »Glücksbringerpflanze« bzw. »Dreieckiger Glücksklee« ist sehr dekorativ. Ein echter Verwandter des bekannten Glücksklees (Oxalis deppei), nur eben dass die Blättchen nicht rund, sondern dreieckig sind. Der Standort sollte im Winter möglichst hell und halbschattig sein, vor allem in kühlen Räumen, damit er nicht vergeilt (zu lang nach oben wächst). Der Wurzelballen im Topf sollte immer leicht feucht (nicht zu nass) sein. Staunässe ist ebenso verkehrt wie zu wenig gießen, da die Blättchen sonst eintrocknen oder das Wurzelwerk verfault. Und wenn es im neuen Jahr wieder absolut frostfrei ist, dann freut sich der Klee draußen auf einen halbschattigen Platz.

Im Winter sollte man mit düngen vorsichtig sein. Mit Orchideendünger die Pflanze erst im Frühjahr verwöhnen, damit die Knöllchen kräftig werden und sich eifrig vermehren. Apropos Nachwuchs. Diesen rotblühenden Klee kann man wie »normalen« Glücksklee durch vorsichtige Teilung und gefühlvolles Auseinanderziehen von eingewachsenen Blumenerde-Ballen mit Knöllchen leicht vermehren.

Zwei Teiche von uns sind mittig durch einen Bambus-Busch getrennt. Dieser wird ganz schön breit und schlägt auch nach oben immer wieder gut aus. Wie können wir ihn im Zaum halten? Können wir ihn hälftig durchtrennen? Oder könnte man ihn ggf. ganz herausnehmen? Britta Tönsfeldt, Neumünster

Bambusse lassen sich enorm vielfältig in unseren Gärten verwenden. Gerade zwischen den Teichen – von Blattfall und Wurzelbildung einmal abgesehen – ist das Aussehen einfach überzeugend. Die dekorative Gras-Art lässt sich hervorragend mit vielen anderen Gartenpflanzen kombinieren. Alle Bambusse, außer den horstbildenden Arten und Sorten, treiben Rhizome (unterirdische Ausläufer), die ohne Behinderung den ganzen Garten überwuchern können oder dünnere Teichfolien durchbohren. Um diese pflanzenbedingten Aktivitäten rechtzeitig in den gärtnerischen Griff zu bekommen, wäre es unbedingt notwendig gewesen, den gewünschten Platzbedarf mit einer speziellen Bambussperre, etwa aus recycletem Kunststoff, abzugrenzen. Andere immer wieder gern verwendete Wurzelstopp-Materialien wie z. B. Teichfolie, Folie, Bretter oder dickere Pappschichten sind absolut ungenügend! Möglich wären senkrecht in den Gartenboden gesetzte Terrassenplatten. Wichtig ist es bei allen brauchbaren Bambussperren, diese nicht ganz einzugraben, sondern 5 - 10 cm über dem Boden zu lassen, damit die »aktiven« Rhizome nicht über die Sperre steigen können. Noch ein hilfreicher Tipp: Kleinere Bambusse lassen sich auch in einen größeren Kunststoffeimer pflanzen, dessen Boden zuvor herausgeschnitten wurde. Diese stabile und preiswerte Manschette hält das aktive Wurzelwerk unter Kontrolle.

Was ist bei zu vielen aus dem Gartenboden sprießenden jungen Halmen zu tun? Davon könnten schwächere ausgedünnt werden, sobald diese etwa eine Handbreite hoch sind. Die verbleibenden stärkeren Halme werden dann noch kräftiger. Eine stickstoffbetonte Düngung sollte erst (wenn Pflanze und Boden es zulassen) Anfang April gegeben werden.

So, nun muss richtig gearbeitet werden. Die restlose Entfernung eines stark ausgewucherten Bambus ist mit einer kraftvollen Aktion verbunden. Bitte jetzt nicht erschrecken, je nach Wuchshöhe und Bambusart durchwurzeln die Rhizome die Erde bis in eine Tiefe von einem Meter. Hohe Bambussorten treiben ihre Wurzelausläufer also tiefer durch die Erde als zierliche. Wollen Sie Ihren ausgewucherten Bambus wirklich entfernen? Hier müssen möglicherweise größere Flächen aufgegraben werden. Besondere Vorsicht ist zwischen den Teichen erforderlich, um nicht die Folien mit der Grabegabel zu perforieren. Diese Arbeit sollte in einer einzigen Wachstumsperiode erledigt sein, da sonst Ihr aktiver Bambus sein Terrain zurückerobern wird. Wichtig ist, dass wirklich jedes Wurzelstück beseitigt wird, da sich aus jedem abgetrennten Bambusrhizom wieder eine neue »schöne« Pflanze bildet. Eine fachgerechte Entsorgung auf dem eigenen Kompost ist total verkehrt, besser direkt zum Recycling bringen.