Die Kunst des Schreibens

LandGang Ausgabe 2020/1, Seite 34-38, von Marc Larsson-Ohm

Die Kunst des Schreibens

Schwungvoll formt die Farbe ein Schriftzeichen auf dem Papier, dann noch eines und noch eines, schließlich ein Wort. Nach und nach zeigt sich: Hier ist das Ganze viel mehr als die Summe seiner Teile. Was die Kielerin Marleen Krallmann mit ihrer zarten linken Hand entstehen lässt, ist an kraftvoller Optik kaum zu übertreffen.

Fast lautlos bewegt sich der breite Pinsel über die plakatgroße Fläche, an der die Kalligrafin arbeitet. Ein kurzes Innehalten, eine kritische Betrachtung, der Kopf neigt sich ein wenig zur Seite, dann ein Lächeln und schon schwebt die Hand erst zur Farbe und dann wieder über das Papier. Ihre tiefe Konzentration sieht man Marleen Krallmann dabei kaum an; vielmehr scheint sich die Leichtigkeit ihres Werks auf ihrem Gesicht widerzuspiegeln. Die Kalligrafin versteht es, Schriftzeichen über ihre schlichte Bedeutung im Alphabet hinaus eine Botschaft zu geben, in dem sie Form und Farbe in ganz besonderer Weise einsetzt.

Zurück zum InhaltsverzeichnisFoto: Marcus Dewanger