Gläserne Schmuckunikate

LandGang Ausgabe 2021/1, Seite 68-72, von Jana Walther

Gläserne Schmuckunikate

In ihrer Galerie in der Holtenauer Straße in Kiel präsentieren die Schmuckdesignerin Nicole Jensen-Langeloh und ihr Mann, Goldschmied Kai Langeloh, ihre einzigartigen Schmuckstücke. Diese stellen sie mithilfe einer aufwendigen, antiken Technik her: der Pâte de Verre.

Vorsichtig bringt Goldschmied Kai Langeloh die feinen Goldstäbe an die Ohrringe an: der letzte Feinschliff. Die filigrane Blüte aus Glas hat schon einen langen Weg hinter sich. Im Kopf von Schmuckdesignerin Nicole Jensen-Langeloh entstanden, von ihrem Ehemann in eine Wachsform gebracht und 24 Stunden unter einer Gibs-Mischung bei 860 °C im heißen Brennofen gebrannt. Pâte de Verre nennt sich dieses aufwendige Verfahren, bei dem Schmuck aus geschmolzenem Glas gebrannt wird. Schon im Alten Ägypten und Antiken Rom war diese Technik bekannt – allerdings weniger für die Herstellung von Schmuck, sondern mehr für prunkvolle Vasen und Schalen. Dann geriet sie lange in Vergessenheit. Erst zu Zeiten des Jugendstils an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert entdeckte einer der bekanntesten Schmuck- und Glaskünstler des Art Déco, René Jules Lalique, Pâte de Verre wieder für sich und fertigte die ersten Kettenanhänger und Ringe aus Glas. In dieser Zeit ist vermutlich der französische Name der Technik entstanden: Pâte de Verre, was übersetzt „Paste aus Glas“ bedeutet.

Zurück zum InhaltsverzeichnisFoto: Anna Leste-Matzen