Kolumne Ines Barber - Frisch un free (Folge 7)

07. Januar 2020, Ines Barber,

 

((platt))

Sott hebben

Sott hebben, dat wünscht wi uns doch. Nich blots an Anfang vun' nieget Joar. Dat Woort »Sott«, wat wi för »Glück« in Platt nehmen doot, dat hett mit den »Sottje« to doon, un dat is op platt de »Schornsteinfeger«. »Sott« op hochdüütsch is »Ruß«.

Egentlich bün ik jo nich averglöövsch*. Liekers frei ik mi ok, wenn ik mol so‘n klassisch Sottje in vulle swatte Schornsteenfeger-Montuur drapen do. Ik kenn Lüüd, de marscheert stracks* hen un faat de Mann an! Ok dat schall denn Sott bringen. 

Du kriggst jo swatte Fingers, also »Sott«.

Mien Formel mit Erfulgsgarantie för Sott över‘t Joar, de hett nich blots mit´ Anfaten vun frömde Mannslüüd – also vun‘ Sottje – to doon. Nee, ik stah op niege Opgaven. Schöne »Eenfach-so-Opgaven«. Letzt Joar wull ik jo noch Akkordeon liernen. Okay, dat hett nich klappt. Kost toveel Tiet, de Kasten weer so swor, mien Hund hett sik in‘t Nirvana huult. Ach, un överhaupt, ik weer to fuul. Egol. Ik heff mi ni lang argert. Denn düsse doch‘n beten to grote Opgaav hett mi denn an‘ Snutenhuvel* bröcht, also anne Mundharmonika. Is ok veel handlicher. Un wenn ik denn endlich mol de richtige Ton draap, denn frei ik mi total. Sott hatt! Un mien Hund mutt dor dörch.

Dat Schöne: Ik bruuk dat nich för de Arbeit, ik verleer dor keen Gramm Körpergewicht mit, un dat kost nix as‘n beten Tiet. För mi is sowat een lüür lütt Puzzlesteen op mien Konto för Sott 2020. Sowat wünsch ik Di ok. Dien ganz persönlich Sott-Faktor.

((hochdeusch))

Glück haben

Glück haben, das wünschen wir uns doch. Nicht bloß am Jahresanfang. Das Wort »Sott«, was auf Platt für »Glück« steht, das hat mit dem »Sottje« zu tun, das ist nämlich auf Platt der Schornsteinfeger. »Sott« auf Hochdeutsch ist »Ruß«.

Eigentlich bin ich ja nicht abergläubisch. Dennoch freue ich mich jedes Mal, wenn ich mal wieder einem Schornsteinfeger in klassischer schwarzer Montur begegne. Es gibt ja Menschen, die gehen sofort direkt auf den Mann zu und fassen ihn kurz an. Das soll Glück bringen. Hat man doch den Ruß dann an den Fingern, eben »Sott«.

Meine Glücksformel mit Erfolgsgarantie hat nicht nur mit dem Berühren fremder Männer – also Schornsteinfegern – zu tun. Nein, ich setze auf neue Herausforderungen. Schöne »Einfach-so-Aufgaben«. Im letzten Jahr wollte ich ja Akkordeon lernen. Gut, das hat nicht funktioniert. Zu zeitintensiv, das Teil war so schwer, mein Hund hat sich ins Nirwana gejault. Ach, was soll‘s, ja, ich war zu faul. Egal. Ich habe mich nicht lange geärgert. Denn diese wohl zu große Aufgabe brachte mich an die Mundharmonika. Ist auch viel handlicher. Wenn ich da beim Üben endlich mal den richtigen Ton erwische, bin ich total happy. Glück gehabt, und der Hund muss da durch.

Am schönsten ist, dass ich das nicht für meine Arbeit brauche, ich verliere kein Gramm Gewicht damit, und es kostet mich lediglich etwas Zeit. So etwas empfinde ich als klitzekleine Investition für mein Glückskonto 2020. Und so etwas wünsche ich Ihnen auch. Ihren ganz persönlichen Glücksfaktor.