Kolumne Ines Barber - Frisch un free (Folge 9)

12. Mai 2020, Ines Barber,

 

Plattdeutsche Version

 

‘N Hund? – Nee un nomol nee! 

Mien sööte Jack Russell Daam Emma is nu siet kott vör Wienachten in Hunnehimmel. 15 Joar un söben Maanden sünd wi tosomen dörch’t Leven gahn. Süüfz. Un nu? Wat nu? Jo nu? Nüms kann sik vörstelln, wat ik de Tiet ok ahn Hund goot rümkriegen do.

Jo, worüm denn nich? Minsch, ik leev alleen, bün free as de Wind, kann wohrhaftig mol lang utslapen. Nee, in echt: Ik warr mi keen Hund mihr anschaffen. Nee un nomol nee!  

Nüms trippelt jibbelig op‘ Laminat neven mien Schrievdisch hen un her, wenn ik dor mol länger as twee Stünnen an sitt un wat in PC tacker. Un överhaupt, so kommodig heff ik noch nie nich mien Avendbrot eten. Du, de Jiffel hett mi doch fröher nich ut de Oogen laten. In lüchten Schrift stunn dor över sien Kopp: Laat dat fallen, Frauchen! Laat dat fallen! Laat dat fallen! Sowat is ok Stress.

Nu is allns ruhig. Still. Ik kann eten wat ik will. Man ik kann un kann nich opholln un klick mi an Avend vun een Internetsiet op de anner un kiek mi Köter an.

Du, dat gifft de dullsten Krüüzungen. Letzt weer dor so‘n Wölp*, Mudder Schäferhund, Vadder Dackel. Joooo, de Been weern böös kott, de Rest, na ja, even Schäferhund. Man to un to sööt! Oder Terrier un Bulldogge. Snaaksch. Wart seggt, solk Hunnen sünd besünners plietsch, un robust sünd de ok. Ach, wat geiht mi dat an, ik will jo keen Hund mihr. Un wat dat wedder för Tiet kost. So’n niege Hund mutt jo erstmol hen na de Hunneschool. Gah mi af*, nee un nomol nee.

Letzt bien Ümgraven inne Goarn, dor heff ik doch‘n afnaagt Knaken un‘ lütt Quietscheball funnen! En Teken*?

Een poor Wöör:

Wölp   Welpe

Gah mi a!  Hör mir auf damit!

En Teken – ein Zeichen

 

HD-Version:

Ein Hund? Nein und nochmal nein!

Meine süße Jack Russell Dame Emma ist seit kurz vor Weihnachten nun im Hundehimmel. 15 Jahre und sieben Monate sind wir beide gemeinsam durchs Leben gegangen. Seufz. Und nun? Wie was und nun? Irgendwie kann sich niemand hier vorstellen, dass ich ganz wunderbar auch ohne Hund die Zeit rumkriege. Na, warum denn nicht? Liebe Leute, ich lebe alleine, bin nun frei wie der Wind, kann sogar mal lange ausschlafen am Sonntag. Nein, im Ernst: Ich werde mir keinen Hund mehr anschaffen. Nein und nochmal nein!

Niemand trippelt nervig übers Laminat neben meinem Schreibtisch, wenn ich da mal länger als zwei Stunden sitze und arbeite. Und überhaupt, so gemütlich wie jetzt habe ich noch nie mein Abendbrot verzehren können. Der Hund hat mich doch früher hypnotisiert: In Leuchtschrift stand über seinem Dickkopf: Lass das fallen, Frauchen! Lass das fallen! Lass das fallen!

Nun ist Ruhe. Stille. Und ich kann ungestört mein Abendbrot genießen. Aber ich kann und kann es nicht lassen und klicke mich abends durch die Internetseiten und schaue mir Hunde an.

Da gibt es die tollsten Kreuzungen. Letztens entdeckte ich da so einen Welpen, Mutter Schäferhund, Vater Dackel. Jaaaaa, die Beine waren verdammt kurz, der Rest, na ja, eben Schäferhund. Aber zu und zu drollig! Oder Terrier und Bulldogge. Schon schräg. Es heißt ja, solche Mischlingshunde seien besonders intelligent und robust. Ach, aber was interessiert es mich, ich will ja keinen Hund mehr. Und was das wieder für Zeit kosten würde! So ein neuer Hund müsste ja sofort zur Hundeschule. Bloß nicht, nein und nochmal nein.

Als ich letztens ganz hinten im Garten am Umgraben war, da stieß ich auf einmal auf einen abgenagten, alten Knochen und einen kleinen Quietscheball. Ein Zeichen?