Kolumne Ines Barber - Frisch un free (Folge 12)

03. November 2020, Ines Barber,

 

Plattdsch. Version

Inpackt bit an’ Hals

Knackig Deerns un Keerls, de Schweet bringt de fitten, halvnakelten Liever* sexy toon Glänzen. Hach jo, – so süht dat inne Werbung för de Fitness-Center ut. Okay, de Wirklichkeit is anners, klor. Ik segg mol, wi sünd jo eerst op’n Weg hen na »sexy und knackig«. Blots, de Weg dorhen is full vun Stulpersteens. Aktuell, baven op to, ok noch ieskolt! Vun wegen de »Aerosole«, also de luftige Shuttleservice för dat Oos* Corona. Al Finster op Kipp, de Döörn apen. Mutt jo.Wenn ik normalerwies mien Muskelmarter för’n beten flottere Gangart praktizeer, denn heff ik’n Stretchbüx un’ T-Shirt, kotte Socken un Turnschoh an. Dat is Vergangenheit. As wi in Summer anne Gerätschapen togang weern, dor hest bi de Hitten vunne apen Döörn dor nix vun markt. Man nu? Hohoho! De Tempratuur suust in Keller. Lüüd, dor weiht nu en ieskole Wind dörch mien lütt Fitness-Studio. Jümmers!  Schiet Aerosole, ik bibber in Discotakt, de annern ok. Sexy un schweetnatt? Ik bün doch nich bekloppt! Dor hollst di doch wat weg! Nee, ik gah dor nu schön warm inpackt hen un bliev inmummelt. Halsdook, Sweater, T-Shirt dorünner, dicke Socken. Un inne Adventstiet stieg ik üm op gröön un rot. Sposs deit Not in düsse Tieden. Un denn heet dat avers duppelt un dreefach zackig: »Rünner inne Knee, wedder hoch, fixer, noch fixer! Nomol, man zacki zack!« Bit denn mien Binnentempratuur de ieskole Wind vun buten utbalanzeert hett. Harrst mi dat vör een Joar vertellt, ik harr di de Buddel Köm avers fix wegnahmen.

 

En poor Wöör:

Liever – Körper
dat Oos – das Aas

 

Hochdeutsch:

Eingemummelt bis zum Hals

Knackige Frauen und Kerle mit von Schweiß sexy glänzenden, halbnackten Körpern. Ach ja, so werben Fitness-Center. Na gut, die Wirklichkeit sieht anders aus, klar. Wir sind doch erst auf dem Weg! Doch der ist steinig. Und aktuell auch noch eiskalt. Von wegen der »Aerosole«, also dem luftigen Shuttleservice für das Aas Corona. Alle Fenster auf Kipp, die Türen offen.Wenn ich mich normalerweise bei meiner Muskelmarter für ein wenig mehr Beweglichkeit quäle, dann trage ich leichte Stretchhose, T-Shirt, Socken und Turnschuh. Das war einmal. Als wir im Sommer an den Geräten in Gang waren, da habe ich die offenen Türen überhaupt nicht bemerkt. Aber nun? Hohoho! Die Temperatur saust in den Keller. Leute, da weht ein eiskalter Wind durch mein kleines Fitness-Studio. Immer. Diese blöden Aerosole, ich zitter im Discotakt, die andern auch. Sexy und schweißnass? Ich bin doch nicht bescheuert. Da holst du dir doch was weg! Nein, nein, ich gehe da nur noch sorgfältig verpackt hin und bleibe eingemummelt. Halstuch, ein Sweatshirt, T-Shirt drunter, dicke Socken. Und im Advent steige ich um auf grün und rot. Ein bisschen Spaß muss sein in dieser Zeit. Und dann heißt es doppelt und dreifach zackig: »Runter in die Knie, wieder hoch, fixer, noch fixer uuuund nochmal. Aber zack zack!«So lange bis meine Innentemperatur den eiskalten Wind von draußen ausgeglichen hat. Hätte mir jemand dieses vor einem Jahr so ausgemalt, also, dem hätte ich die Schnapsflasche aber sowas von schnell weggenommen.