Fragen Sie Langley - Folge 11

25. April 2016, Fragen Sie Langley,

 

Gartenbotschafter John Langley, der Mann mit dem grünen Daumen und dem typisch englischen Humor, beantwortet in LandGang Ihre Gartenfragen.

Ich habe ein kleines Problem, ich ziehe bald um und möchte gerne einige meiner Pflanzen mitnehmen. Kann ich eine Kletterrose jetzt noch in einen Topf umsetzen und was muss ich tun, damit sie das übersteht?

Hannelore Drufter, Itzehoe

Ja, ein fachgerechtes Umsetzen ist durchaus möglich. Rosen können auch nach einigen Jahren an einen anderen Ort verpflanzt werden. Leider sinkt jedoch die »Anwachswahrscheinlichkeit« beim Umpflanzen mit dem Alter und dem derzeitigen Pflegezustand der Rose. Wobei gut gepflegte Rosen mit vielen jungen Basistrieben bessere Chancen haben das Umsetzen gut zu überstehen. Die beste Zeit, um »alte Rosen« zu verpflanzen, beginnt nach dem Laubfall im Oktober und endet im späten März, wenn die Bodenfeuchte nachlässt und die Temperaturen steigen.

Zunächst wird die vermutlich groß gewachsene Kletterrose mit der Schere (oder Astschere) auf 20 cm Höhe reduziert. Dann vorsichtig mit der Grabegabel das Wurzelwerk ausgraben. Dabei wird sie unwillkürlich (weil diese Rose Tiefwurzlerin ist) einige wichtige Wurzeln verlieren, andere werden – trotz aller Behutsamkeit – beschädigt.

Nach dem Ausgraben muss unbedingt das sogenannte Gleichmäßigkeitsverhältnis« dieser neu zu verpflanzenden Rose mittels Rosenschere hergestellt werden. Was bedeutet das? Die Kletterrose wird in die Hand genommen und genau angesehen. Sieht man sich jetzt die gesamte »ausgegrabene« Rosenpflanze an, müssen erst die Wurzeln durch Schnitt weitestgehend bereinigt werden. Unter der Veredlung müssen die restlichen Wurzel(fragmente) auf eine Länge von 20 - 30 cm zurückgeschnitten werden. Einfach hier beim Schneiden mutig sein. Über der Veredlung sollte »nur« eine Höhe von 20 - 30 cm bleiben. Der Transport im Kübel ist möglich, aber nicht notwendig. Es reicht bereits eine Verpackungsfolie, um die Rose vor Verdunstung (Austrocknung) zu schützen. Auf dem neuen Standort darf bisher keine Rose gestanden haben (Stichwort Bodenmüdigkeit). Die Pflanzung ist wie bei einer wurzelnackten Rose. Die Veredlungsstelle kommt 5 cm tief in den Boden, das Pflanzloch wird mit gutem Oberboden (aus dem neuen Beet) ohne jegliche Zusätze von Dünger oder Kompost verfüllt. Die Rose wird dann mit Wasser eingeschlämmt. Anschließend sollte sie noch 10 cm hoch mit Erde angehäufelt werden, sodass nur noch etwa 5 cm Triebe aus dem Erdhügel schauen. Wenn es naturgemäß wieder wärmer und heller wird, bitte nicht vergessen, die »Kletterkönigin« gerade in der Phase des Anwachsens zu gießen.

 

Wir haben vor unserer Terrasse ein großes herrliches Rosenbeet, das auch Tulpen, Krokus, Anemonen, kl. Iris und Allium Purple beherbergt. Ein Salix Flamingo gehört ebenfalls dazu. Seit 2 Jahren haben wir nun extremen Ärger mit Ackerschachtelhalm. Was können wir tun? Alles metertief ausheben und den Mutterboden austauschen erscheint uns doch sehr mühsam. Gibt es eine bessere bzw. einfachere Methode?

Ursula Bressler, Negernbötel

Tipp 1 – Da sich der Ackerschachtelhalm nicht nur über seine typischen Rhizome (Sprossachsen) wie beispielsweise Giersch, Buschwindröschen oder Maiglöckchen vermehrt, sondern verstärkt auch über Sporen (nicht Samen), die sich im Frühjahr durch den Wind großflächig im Garten verteilen, macht es Sinn, die frischen hellgrünen Austriebe total abzuschneiden, um so eine Vermehrung zu verringern. Immer wenn es möglich ist, den Ackerschachtelhalm – sobald er sichtbar wird – ständig mechanisch stören, Sprosse und Blätter abschneiden.

Tipp 2 – Ja, es ist in der Tat mühsam, die sich ausbreitenden Wurzelunkräuter auszugraben. Dabei sollte grundsätzlich bedacht werden, dass immer ein Stück Wurzel im Boden bleibt. Das ist besonders beim Ackerschachtelhalm niemals ganz zu vermeiden. Jede ungewollte Teilung mit dem Spaten oder der Grabgabel bedeutet eine weitere Pflanze.

Tipp 3 – Nicht nur im Fachhandel werden unterschiedliche »Naturkiller« angeboten. Bei einer Kaufentscheidung, sollte auf schnellen Abbau im Boden geachtet werden, das Produkt sollte nicht fischgiftig sein, keiner Gefahrenklasse entsprechen und überall – vom »Unkraut« mal abgesehen – gefahrlos verwendbar sein. Wer sein Ackerschachtelhalm in mühsamer Arbeit »stressen« will, könnte mit einem Wirkstoff, der nach dem Auftragen über die Blätter des Ackerschachtelhalms aufgenommen wird, dafür sorgen, dass sich dieser mit dem Saftstrom bis in die letzte Wurzelspitze verteilt.

 

 

Wie werden Balkon- und Kübelpflanzen am besten biologisch gedüngt?

Susanne Frerich, Kiel

Oft stellt sich die Frage: »Wie soll ich RICHTIG düngen?« Ein schwieriges Thema. Häufig wird unnötig viel Geld für Dünger ausgegeben. Der Düngerkauf ist ja auch nicht ganz einfach. Ein bewährter Dauerdünger für die sommerliche »Schmuckbotanik« in Kästen, Töpfen, Schalen und Beeten ist für mich ein handelsüblicher harzummantelter Langzeitdünger, dieser wirkt 6 Monate. Er ist einfach in der Anwendung. Am besten vor dem Pflanzen in das Pflanzsubstrat (was oft schon im Pflanzballen des Sommerflors vorhanden ist) einmischen oder nach dem Pflanzen auf die Pflanzfläche streuen und leicht einarbeiten. Natürlich sind auch kleinere Kompostgaben oder Brennnesseljauche durchweg als ökologische Dünge- oder Stärkungsmittel zu verstehen. Aber nicht jeder hat Platz, Lust und Zeit, sich seinen eigenen Dünger herzustellen. Für ein gesünderes – wenn auch begrenztes – Pflanzenwachstum auf dem Balkon ist es entscheidend, gezielt den Bedarf an Nährstoffen auf kleinstem Raum und in einem kürzeren Zeitraum zur Verfügung zu stellen. Und noch eine Überlegung ist dabei wichtig: sich für eine biologische Ernährung bei den Kübel- und Balkonpflanzen zu entscheiden. Aufgrund der vorhandenen »Raumgröße« der oft verwendeten Gefäße ist damit auch eine reduzierte Anzahl von Bodenorganismen vorhanden. Was bedeutet das? Die Umsetzung von organischem Material in die mineralischen Bestandteile, die die Pflanzen verwerten können, dauert sehr viel länger als im Gartenboden. Der zu lange Zeitraum der Nährstoffverfügbarkeit könnte daher unweigerlich zu Mangelerscheinungen an den blühenden Pflanzen führen.