Fragen Sie Langley - Folge 14

04. November 2016, Fragen Sie Langley,

 

Gartenbotschafter John Langley, der Mann mit dem grünen Daumen und dem typisch englischen Humor, beantwortet in LandGang Ihre Gartenfragen.

 

Meine Lorbeer-Pflanzen sehen zum einen zerfressen aus und andererseits scheinen sie aber auch einen Pilz zu haben. Könnte das miteinander etwas zu tun haben und was kann ich dagegen machen? 

Silke Hedahl, per Mail

 

In diesem Fall haben die Blattschäden nichts miteinander zu tun. Die angefressenen Blätter sind ein eindeutiges Anzeichen für den Befall des nachtaktiven Gefurchten Dickmaulrüsslers. Diese Käferart ernährt sich von den Blättern der Pflanze. Seine Larven wiederum fressen an den Wurzeln des Lorbeers. Gegen die Larven ist der gezielte Einsatz von biologischen Gegenspielern (Antagonisten) am effektivsten. Hierbei handelt es sich um Fadenwürmer, die von Mitte April bis Anfang Juni sowie von Mitte August bis Anfang Oktober im Boden ausgesetzt werden sollten und die Larven dezimieren. Die Würmer sollten danach jährlich eingesetzt werden, damit die Käfer nicht wieder ihre Eier im Boden ablegen. Eine andere Möglichkeit, die gegen den Käferbefall hilft, bildet der Einsatz von einem mit Holzwolle gefüllten Blumentopf, der unter die Pflanzen gestellt wird. Hier hinein verkriechen sich die lichtempfindlichen Rüsselkäfer, sobald der Tag anbricht. So können Sie die Käfer tagsüber aus dem Topf heraus sammeln und entsorgen. Bei der Pilzerkrankung handelt es sich bei den meisten Pflanzen um Mehltau, der sich durch einen hellen und mehligen Belag auf den Blättern äußert. Eine andere Pilzart wird durch kleine, rot-schwarze Flecken erkennbar. Hierbei handelt es sich um die sogenannte »Schrotschusskrankheit«, die dazu führt, dass die Blätter langsam austrocknen. Pilzerkrankungen entstehen oft, wenn die Wurzeln permanenter Staunässe ausgesetzt sind oder sich zu viel Wasser auf den Blättern der Lorbeer-Pflanze sammelt. Um unnötige Nässe zu vermeiden, sollte das Gießen nur in Bodennähe erfolgen und die Bepflanzung mit ausreichendem Abstand erfolgen, damit das Blattwerk nach einem Regenfall trocknen kann. Egal, um welche Pilzart es sich handelt, das befallene Laub sollte stets komplett entfernt werden, damit sich der Pilz nicht weiter ausbreitet. Zudem empfiehlt sich ein gezieltes Auslichten des gesamten Strauches, damit die Sonnenstrahlen zukünftig die Blätter schneller trocknen. 

 

Wie muss ich meine Lavendel- und Bambus-Pflanzen, die ich draußen im Kübel habe, wintergerecht einpacken und behandeln? 

Liane Jürgensen, Flensburg

 

Generell gilt: Wer dafür sorgt, dass seine Pflanzen das Wachstum rechtzeitig vor dem ersten Frost abschließen, hat eigentlich alles zur vorbereitenden Abhärtung getan. So haben sie genügend Zeit, sich an die kalten Temperaturen zu gewöhnen. Darüber hinaus ist der richtige Standort für das Überleben der Kübelpflanze entscheidend. Damit Ihr Lavendel den Winter übersteht, sollten Sie diesen an einen Ort stellen, der vor Frost, Wind und Schnee geschützt ist. Darüber hinaus

 

ist wichtig zu beachten, dass im Topf keine Staunässe entstehen kann. Dies kann mit einer Drainage als Ablaufmöglichkeit sichergestellt werden. Auch die fälschlicherweise als kälteunempfindlich geltenden Bambus-Pflanzen benötigen einen Winterschutz. Die Kübel sollten auf dicke Styroporplatten gestellt und komplett ummantelt werden. Hierfür empfiehlt sich ein atmungsaktives Jute-Schattiergewebe oder eine Matte aus Schilf oder Reet. Das Ziel dieser Komplettumhüllung ist es, die weichen Blätter des Bambus vor der Wintersonne zu schützen. Als immergrüne Blattpflanze verdunstet der Bambus auch im Winter viel Wasser. Normalerweise können diese Pflanzen den Wasserverlust von selbst ausgleichen, da bei Frost aber der Wurzelbereich gefroren ist, können sie kein Wasser aufnehmen und es kommt zur sogenannten »Frosttrocknis«. Damit der Wurzelballen trocken und geschützt bleibt, sollte das ideale Winterquartier Temperaturen zwischen 3 und 7 °C aufweisen. An frostfreien Tagen sollten die Bambus-Pflanzen ab und zu gegossen werden, um dem Austrocken zusätzlich vorzubeugen.