Fragen Sie Langley - Folge 2

20. November 2014, Fragen Sie Langley,

 

Gartenexperte John Langley, der Mann mit dem grünen Daumen und dem typisch englischen Humor, wird zukünftig in LandGang Ihre Gartenfragen beantworten. In dieser Ausgabe dreht sich alles um das Blühwunder 2014 – die Bauernhortensie.

Blühen die Gartenhortensien auch im nächsten Jahr so fantastisch?

Möglicherweise. Hydrangea macrophylla blühen eigentlich gern reich und regelmäßig. Allerdings ist zu beachten, dass die Pflanzen bereits im Sommer Blütenknospen für das nächste Jahr bilden. Wenn diese Knospen in einem strengen Winter durch Frost geschädigt werden, bleibt diese zurzeit erlebte Blütenpracht im folgenden Sommer aus.

Welcher Standort ist für Hortensien besonders geeignet?

Wenn Sie einen luftigen, halbschattigen Standort wählen, der nicht zu warm sein sollte, haben Sie viel Freude an der Pflanze. Hortensien benötigen an heißeren Tagen besonders viel Wasser im Wurzelbereich, weniger über die Pflanze.

Und wie schütze ich das blühende Gehölz?

Am besten achten Sie darauf, dass Hortensienknospen frostgeschützt durch den Winter kommen. Hier kann ein umwickelter Frostschutz – besonders für die jüngeren Pflanzen – aus einem luftigen Material wie Tannen- oder Fichtenzweige hilfreich sein.

Wie werden Hortensien beschnitten?

Bis Mitte September sind die Knospen in der Pflanze angelegt, bevor die Hortensien in den so genannten temporären Ruhestand gehen. Sie sollten deshalb dann keine Schnittmaßnahmen mehr durchführen, da Sie sonst die Knospen und damit die Blüten für das Folgejahr unweigerlich entfernen. Wenn Sie trotzdem die Schere zur Hand nehmen wollen, sollten Sie nach der Blüte schneiden. Es ist auch der Zeitpunkt, an dem die Pflanzen am alten Holz neue Triebe bilden. Dabei werden alle starken, bereits abgeblühten Triebe bis auf wenige Augen zurückgeschnitten oder schwaches und altes (graues) Holz kurzerhand entfernt. Achtung: Hortensien treiben auch basiton - also vom Erdboden aus - immer wieder neue Triebe, so baut sich die Pflanze räumlich auf.

Gilt das auch für andere Hortensien-Sorten?

Ältere Rispenhortensienzweige können zur Förderung des Blütenansatzes jährlich um zwei Drittel eingekürzt werden. Sie bildet dann an den neuen Trieben weniger, aber größere Blütenrispen aus. Bleibt die Rispen-Hortensie (Hydrangea paniculata 'Grandiflora') ungeschnitten, fällt der Busch nach ein paar Jahren auseinander und sollte spätestens dann durch Rückschnitt verjüngt werden. Auch die Schneeball-Hortensie (Hydrangea arborescens 'Grandiflora') lässt sich wie eine Staude oder ein Halbstrauch behandeln, das heißt alljährlich im zeitigen Frühjahr fast bis zum Boden herunterschneiden. Auch das hat üppigen Blütenbesatz mit großen Blütenbällen zur Folge.

Meine Hortensien sehen total sparrig und verholzt aus? Was kann ich tun?

Dann können Sie ältere Pflanzen nach der Blüte zur Verjüngung stark zurückschneiden; falls nötig auch bis kurz über den Boden. Allerdings müssen Sie dann im Folgejahr weitgehend auf Blüten verzichten.

Meine Hortensie blüht nicht – was ist das passiert?

Dafür kann es mehrere Gründe geben: Falscher Schnitt, unerwarteter Spätfrost, Nährstoffmangel oder verkehrter Standort. Nährstoffmangel oder ein zu dunkler Standort kann zum Ausbleiben der Blütenentwicklung führen. Ernähren Sie Ihre Bauern- und Gartenhortensie am besten mit einem stickstoffbetonten Volldünger mit wenig Phosphor. Spezielle Hortensiendünger, aber auch Dünger für Rhododendron und Azaleen haben sich in der Praxis bewährt. Wer vermutet, dass Blaukorn für blaue Hortensienblüten sorgt, sollte beachten, dass ein viel zu hoher Phosphorgehalt eher schadet.

Hilfe, ich habe flauschige weiße Tierchen auf meinen Hortensien!

Das wird bestimmt die Hortensienwollschildlaus sein, sie ist vor allem an der Blattunterseite an den Blätteradern aktiv und somit zu entdecken. Charakteristisch sind die weißen Wachswollausscheidungen und Saugschäden an der Pflanze. Was können Sie tun? Stark mit Larven befallene Zweige könnten Sie vorbeugend bereits im Winter abschneiden und vernichten. Eine weitere Bekämpfung der flauschigen Schildläuse kann am besten mit dem Auftreten der ersten Larven etwa ab Juni erfolgen. Der Gartenfachhandel hat hierfür geeignete Insektizide vorrätig. Um die Hortensie für die neue Wachstumsperiode zu stärken, sollten auch die gestressten bedarfsgerecht gedüngt werden. Ab März bis April eignet sich dafür beispielsweise ein spezieller Hortensiendünger.

Warum blühen meine Hortensien nicht so schön tiefblau?

Blaublühende Bauernhortensien benötigen einen pH-Wert zwischen 4 und 5,5. Über einem pH-Wert von 6 blühen die blauen Sorten normalerweise pink. Grundsätzlich bevorzugen alle Hortensien einen eher einen sauren Boden, also einen pH-Wert von unter 7. Eine gewünschte Blaufärbung der Bauernhortensie hängt übrigens nicht nur von der Sorte, sondern auch vom pH-Wert des Bodens und dem Aluminiumgehalt ab. Nur auf sauren Böden können die Pflanzen Aluminium aufnehmen; bei einen höheren pH-Wert ist Aluminium nicht verfügbar.

Kann ich Hortensien „färben“?

Ja, Sie können der Natur etwas nachhelfen und rosablühende Sorten mit einem Trick in 1 bis 2 Jahren in blaue verwandeln. Das funktioniert aber nur bei Sorten, die vom Züchter als blaublühend angegeben werden, weil nur sie den Farbstoff Delphinidin enthalten, der mit Hilfe von aluminiumhaltigen Düngern die Blaufärbung hervorruft.

Wer schwere Böden hat, die von Natur aus einen höheren pH-Wert haben, bei dem ist das Blaufärben wenig erfolgversprechend. Wer es bei einem leichteren Boden versuchen möchte, besorgt sich im Fachhandel ein Aluminiumsulfat-Präparat. Es wird im April und September gestreut und im Sommer nochmals im 14tägigen Rhythmus aufgelöst und gegossen, natürlich mit kalkfreiem Wasser. Dann ist etwas Geduld angesagt, bevor Sie das „blaue Wunder“ erleben können.

Meine Hortensien welken, woran kann das liegen?

Ausgepflanzte Hortensien, die welken, leiden zumeist unter Wassermangel. Entweder sie stehen zu sonnig, dann müssen Sie mehr und Wurzelgezielter gießen. Welken oder vertrocknen Hortensien trotz feuchtem Boden, liegt dies vermutlich an vorhandener Staunässe. Zu starke Bewässerung sorgt dafür, dass das Wurzelwerk erstickt.